Durch das turbulente politische Weltgeschehen rücken die vielfältigen ökologischen Krisen dieser Welt immer wieder in den Hintergrund der öffentlichen Aufmerksamkeit. Während der Problemdruck wächst, schwinden in Politik und Gesellschaft die Bereitschaft und der Mut zum Umlenken. Selbst die offenkundigen Zusammenhänge zwischen ökolo-gischer Krise und den aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen finden kaum Beachtung.
Was bleibt – angesichts dieses „rasenden Stillstands“ (Paul Virilio)? Welche Rolle könnte in Zeiten ökologischer Umbrüche dem Recht zukommen? Es stabilisiert zwar einerseits bestehende (fossile) Macht- und Besitzverhältnisse, andererseits bietet es auch vielfältige Ansatzpunkte für transformative Prozesse – etwa durch Gesetzgebung, strategische Klagen im Bereich des Klima- und Biodiversitätsschutzes oder Rechtsprechung.
Weltweit nehmen Gerichte eine zunehmend aktive Rolle ein, indem sie staatliches Handeln überprüfen, unternehmerische Verantwortung einfordern und Grundrechte im Kontext ökologischer Gefährdungen neu auslegen. Wir wollen in der Tagung nach den Erfolgsbedingungen und Grenzen solcher Verfahren fragen: Welche Strategien verfolgen Kläger:innen? Inwiefern tragen gerichtliche Entscheidungen tatsächlich zu effektiven Reduktionen der Umweltbelastungen bei? Und welche demokratietheoretischen Fragen wirft die zunehmende Verlagerung politischer Konflikte in den Gerichtssaal auf?
Außerdem widmen wir uns der zurzeit intensiv geführten Debatte um die Anerkennung von Eigenrechten der Natur. In verschiedenen Rechtsordnungen weltweit werden Flüsse, Wälder oder ganze Ökosysteme bereits als Rechtssubjekte anerkannt. Welche normativen Grundlagen liegen diesen Entwicklungen zugrunde? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das Verständnis von Recht, Verantwortung und Schutzpflichten? Und lassen sich solche Ansätze in bestehende Rechtssysteme integrieren oder erfordern sie ein grundlegendes Umdenken?
Die Tagung bietet Raum, um in Workshops und Vorträgen über die vielfältigen Potenziale des Rechts zu diskutieren und um Allianzen zu stärken. Durch die schöne Lage am See und körperorientierte Programmpunkte wollen wir auch unsere innere Resilienz stärken.
Wir laden alle Interessierten, auch die juristisch nicht vorgebildeten, herzlich ein, gemeinsam im Angesicht ökologischer und weiterer Krisen über die Zukunft des Rechts nachzudenken – und über unser aller Recht auf Zukunft.
Die Veranstaltung wird von der Evangelischen Akademie Tutzing in Kooperation mit Green Legal Impact Germany e.V., Selbach-Umwelt-Stiftung und Lawyers for Future e.V. angeboten.
Vollpension ab 166 €
Ein Preisnachlass ist möglich. Die Konditionen dafür sowie die konkreten Preise entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Die Anmeldung erfolgt über die Webseite der Evangelischen Akademie Tutzing: Recht in ökologischen Krisenzeiten – Evangelische Akademie Tutzing
Anmeldeschluss ist der 2. Oktober 2026.
Unter folgendem Link finden Sie den Flyer zur Tagung mit dem vollständigen Programm: