Stell dir vor…
… in deiner gemieteten Altbauwohnung sitzt du am Küchentisch und blätterst durch deine letzten Heizkostenabrechnungen. Die Zahlen sind erschreckend: Die Gaskosten sind innerhalb der letzten Jahre um 50 % gestiegen, die moderne Gastherme, die gerade erst eingebaut wurde, treibt die Umlagen in ungeahnte Höhen. Du fragst dich, ob das wirklich alles zulässig ist – ob Vermieter wirklich fossile Heizungen ohne echte Alternativen nachrüsten dürfen und ob Mieter*innen überhaupt die rechtliche Handhabe haben, sich gegen diese Entwicklung zu wehren. Die Klimakrise schreitet voran, aber gleichzeitig stecken viele Haushalte aus wirtschaftlicher Not heraus in alten, ineffizienten Systemen fest oder werden von profitorientierten Vermietern in unbezahlbare fossile Strukturen hineingedrängt.
Die Frage lautet: Wer trägt eigentlich die Verantwortung – und vor allem, wer trägt das Risiko?
Der Gebäudebereich ist für etwa 30 % der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Gleichzeitig sind Millionen von Haushalten von den Kosten und Entscheidungen ihrer Vermieter abhängig. Das Gebäude-Modernisierungsgesetz (GModG) wurde als Nachfolger des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) eingeführt, doch viele Mieterorganisationen sehen darin eine eklatante Verschlechterung: Fossile Heizungen wurden vollständig geöffnet, Mieterschutzregelungen nur teilweise umgesetzt, und das Kostenrisiko bleibt überwiegend bei den Mieter*innen. Neben den finanziellen Druck tritt ein ethisches Dilemma: Niemand möchte maßgeblich zur Klimakrise beitragen – doch viele Mieter*innen können ihre eigene Heizungsanlage nicht frei wählen und sind von der Entscheidung ihrer Vermieter*innen abhängig.
Im Rahmen eines mehrtägigen juristischen Workshops wollen wir prüfen, welche rechtlichen Möglichkeiten Mieter*innen haben, um gegen unverhältnismäßige Kostenbelastungen vorzugehen und die Dekarbonisierung von Wohnungen proaktiv einzufordern. Das Format ist eine Weiterentwicklung unseres Green Legal Labs und richtet sich an Jurist*innen mit einem Hintergrund im Miet- und Energierecht sowie an Personen, die strategische Prozessführung im Kontext der Wärmewende interessieren.
Du hast Lust, Recht kreativ und strategisch zu denken und im Team gemeinsam an einer komplexen juristischen Fragestellung zu arbeiten. Du möchtest die Arbeit von zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für Klimaschutz und Mieter*innenrechte einsetzen unterstützen und dich mit Gleichgesinnten vernetzen. Du interessierst dich für die Schnittstelle von Klimaschutz und Sozialrecht. Du bringst Kenntnisse des deutschen Mietrechts, Verfassungsrechts und grundlegender prozessrechtlicher Vorschriften sowie die Bereitschaft, mit Zahlen zu arbeiten (Wirtschaftlichkeitsfragen, Betriebskostenabrechnungen) mit. Du hast ausreichend Zeit, um an der gesamten Veranstaltung teilzunehmen (inklusive Vorbereitungstermin, An- und Abreisezeiten) und dich vor Beginn der Veranstaltung selbstständig und gründlich mit den von uns zur Verfügung gestellten Vorbereitungsmaterialien zu befassen. Es bestehen keine Interessenskonflikte mit einer haupt- oder ehrenamtlich ausgeübten Tätigkeit oder einem politischen Amt.
Bitte bewirb dich bis zum 15.09.2026, indem du
Falls du Fragen zum Bewerbungsverfahren hast, melde dich gerne jederzeit per Mail ebenfalls bei Franziska Albrecht unter albrecht@greenlegal.eu. Alle eingegangenen Bewerbungen werden auf Vollständigkeit geprüft. Falls wir Rückfragen dazu haben, melden wir uns direkt bei dir, sonst zeitnah nach Ende der Bewerbungsfrist.